Gesamtwertung92%/10 |
GrafikSehr gut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegSehr gut |
BedienungSehr gut |
Der Titel des Jahres? Das absolute Must-Have? Der Xbox-Referenztitel? Egal wie wir es drehen, Ubi Soft hat mit Splinter Cell für Microsofts Xbox ein atemberaubendes Spiel auf den Markt gebracht. Noch nie war eine Darstellung der Figuren, der Naturelemente und Schatten besser. Schon die Preview-Version vor gut zwei Monaten konnte uns sehr überzeugen. Ob der Agentenhit Solid Snake aus Metal Gear Solid 2 schlagen kann?
Mein Name ist Sam, Sam Fisher...
Ein heutiger Agent hat viele Konkurrenten. Angefangen bei James Bond, Solid Snake und Gabriel Logan bis hin zu Ethan Hunt und natürlich Lara Croft. Doch noch in keinem Action-Spiel zuvor war ein Held so realistisch und echt dargestellt, wie in Splinter Cell. Sam Fisher ist ein ganz realwirkender Mensch mit Macken und Drei-Tage-Bart. Zudem ist er keine süße achtzehn mehr, sondern bewegt sich in einem mittleren Lebensalter.
Der Spieler versetzt sich in den Ex-Navy Seal und ehemaligem CIA-Agenten Sam Fisher, der sich in die Dienste der National Security Agency (NSA) begibt, um dort in einer Einheit Aufträge zu erfüllen. Beachten muss Sam zusätzlich, dass er weder von dem US-Staat, noch von seiner NSA großartig unterstützt wird. Zu Beginn des Spiels muss der Spieler einen Tutorial durchmachen, der ihm alles Wichtige rund um die Steuerung zeigt. Wir finden dieses Training sehr empfehlenswert, da der Spieler grundlegende Aktionen kennen lernt. Zudem fallen gewisse Schwächen auf, die der Agent mit Training direkt ausgleichen kann. Während der Prüfung lernt der Spieler beispielweise den Wand-zu-Wand-Sprung oder anderweitige Spezialaktionen.
Und schon jetzt geht der erste Punkt an Sam Fisher, denn kein Agent seiner Klasse hat mehr Bewegungsmöglichkeiten und Freiheiten, sie real anzuwenden.
Im Bereich der Kameraführung können sich Splinter Cell und Metal Gear Solid 2 die Hand reichen, denn beide Spiele haben klare Defizite. Zwar sind diese nicht sonderlich schlimm, um eine Bewertung deutlich zu verschlechtern, aber mit einberechnen müssen wir sie. So kommt es im Laufe des Spiels immer wieder zu dummen Situationen, in denen der Agent den Überblick verliert oder einfach nicht richtig erkennt, wo genau seine Gegner sind. Auch bei Kletteraktionen verliert man sehr oft die Weitsicht und so kann es schon einmal vorkommen, dass sich der Spieler in manchen Szenen in einen kleinen Frust hineinspielt.
Schon im Voraus hat man die Worte gehört, dass Splinter Cell unheimlich linear sei. Doch wie soll ein solches Agentenabenteuer sonst aufgebaut sein? Du erhältst einen Auftrag und führst in aus - danach geht die Geschichte weiter... Und genau in diesem Aspekt liegt nicht die Negativität, sondern das Hauptmerkmal in allen bekannten Serien von Tom Clancy. Der eigentliche Sinn an diesen Realitäts-Spionage-Spielen, die meiner Ansicht nach gar nicht mit einem genialen, aber sehr storygebundenen Metal Gear Solid vergleichbar sind, besteht darin, lautlos und ohne entdeckt zu werden, die einzelnen Missionen erfolgreich abschließen zu können. Videokameras wurden strenger und viel effektiver installiert, die Soldaten sind klüger geworden und vor allem ist die Realität der Hauptfaktor, der Splinter Cell zu einem unheimlich guten, aber schweren Spiel macht. Somit bewerten wir die Linearität nicht als negativ, denn innerhalb der Missionen hat Sam Fisher alle Freiheiten, die ein Agent im echten Leben auch hat.
Es gibt nur eine Priorität: Erfülle dein Missionsziel! Damit Sam Fisher die Missionen auch alle heil überlebt, hat er den Zugriff auf eine Menge realer Waffen, wie beispielsweise das Nachtsichtgerät oder das Optical-Kabel, welches dem Spieler ermöglicht, unerkannt einen Blick hinter verschlossene Türen werfen zu können. Ein echtes Innovationsschmankerl ist das Öffnen der Türen. Mit einem Dietrich muss Sam die zugeschlossenen Toren öffnen. Was nun so besonders daran ist? Der Spieler kann das Schloss nur öffnen, wenn er sich geschickt anstellt und mit Hilfe des analogen Sticks den Dietrich richtig bedient. Im Bereich Schusswaffen hätte man sich von Ubi Soft ein wenig mehr erwarten können. Zwar gibt es einige interessante Verteidigungsmöglichkeiten, aber das Zielen funktioniert ab und an mit deutlichen Verzögerungen. Gerade bei entscheidenden Situationen, in denen der erste Schuss sitzen muss, erzeugten die Entwickler schon manchen Frustanfall.
Der absolute Pluspunkt liegt in der Stealth-Möglichkeit, die Splinter Cell bietet. So kann der Spieler nie wissen, was sein Gegenüber genau denkt oder macht. Wiederholende Wege, die die gegnerischen Soldaten gehen, sind so gut wie nie der Fall. Diese unheimlich realistische Gangart macht das Spiel zu einem echt schweren Erlebnis, aber ich denke, genau das möchten die Splinter Cell - Zocker. Denn sobald die Infiltration zu einfach wird oder abschätzbar wie beispielsweise in MGS2, würde das Feeling, einen Tom Clancy Titel zu spielen, vergehen. Technisch kann kein Titel nur annähernd mit Splinter Cell mithalten. Die Charaktere wirken souverän gestaltet und auch die gesamte Umgebungsgrafik wurde einwandfrei in Szene gesetzt. Natürlich gibt es auch negative Punkte. So kam es schon hin und wieder vor, dass kleinere Ruckler den Eindruck hemmten.
Die Texturen vermitteln größtenteils ein positives Bild, wobei es auch hier immer wieder Bereiche im Spiel gibt, die leider nicht das Xbox-Niveau halten. Ein wenig mehr Fülle und Umgebungsgegenstände hätten wir uns zudem im grafischen Aspekt noch gewünscht. Grafisch sensationell umgesetzt wurde das Schauspiel mit Schatten und Licht. Jeder Raum, jedes außenliegende Gebiet trumpft mit dynamischen Lichtern und dunklen Bereichen auf. Durch diese Beweglichkeit der Lichter entsteht ein Schattenbild, das einen absoluten Maßstab setzt. Vor allem wird hierdurch der Realismus um einiges angehoben. Die gesamte Atmosphäre erhält einen ganz besonderen Nachgeschmack und somit ist Ubi Soft´s Splinter Cell grafisch eines der spektakulärsten Spiele auf dem Videospielemarkt. Wo grafisch Splinter Cell wieder Boden gut macht, kann Metal Gear Solid 2 im soundtechnischen Bereich den Ubi Soft Titel überholen. Der Soundtrack von Sam Fisher´s Abenteuer kommt nicht nur ansatzweise an die geniale Komposition eines Metal Gear Solid 2 heran...
Mach Dir einen Namen im Dark Orbit. Allein oder mit Verbündeten wagst Du Dich in weit entfernte Sternen- systeme vor und kämpfst um 10.000 € zum Spiel...
Splinter Cell im Test.
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