Gesamtwertung53%/10 |
GrafikMangelhaft SoundBefriedigend |
LanzeitspaßAusreichend SpieleinstiegMangelhaft |
BedienungBefriedigend |
So verwundert es nicht weitert, dass selbst einstige Branchen-Größen wie Midway ihre Titel für den Heimsektor konzipieren. Dass man dabei nicht zwangsläufig vom Grundkonzept des erfolgreichen Automatenvorbilds abweichen muss, bewies vor knapp drei Jahren Spy Hunter auf der PlayStation2, welches nun in die zweite Runde geht.
Noch immer ist der heimliche Hauptdarsteller des Spiels die fiktive Edelkutsche Interceptor. Der weiß lackierte Luxusschlitten geht mit allerlei Hightech-Equipment bewaffnet auf Verbrecherjagd, wobei die Bösewichte in Spy Hunter der gemeinen Geheimorganisation Nostra angehören. Was genau Nostra plant und wieso sie eigentlich so gemein sind, erfährt der Spieler dabei nie. Sieht man von extrem seltenen, technisch dafür jedoch umso beeindruckenderen Renderzwischensequenzen ab, in denen man den Wagen in Action sieht, ab, dümpelt die Hintergrundgeschichte vor sich hin und wird bestenfalls in zusammenhanglosen Text-Briefings vorangetrieben. So ganz kann Spy Hunter II seine Arcade-Herkunft hier nicht verbergen.
Bei Letzteren offenbart sich dann auch die erste Schwäche des Titels: Egal ob Gegner oder zu eskortierende Fahrzeuge, die künstliche Intelligenz der anderen Verkehrsteilnehmer lässt stark zu wünschen übrig, so dass es schon einmal passieren kann, dass sich ein zu beschützendes Fahrzeug selbst zerstört, indem es minutenlang gegen eine Wand fährt.
Wenn eure Mitfahrer schon gegen euch sind, sollte zumindest das eigene Gefährt überzeugen und so kommt der G-8155 Interceptor mit einer ganzen Reihe an Extras daher. Das Spektrum der Tuningmöglichkeiten reicht dabei von einem Standardmaschinengewehr, EMP-Waffen und Raketengeschossen bis hin zu Defensivwaffen wie die beliebte Öllache.
Da jedoch auch das beste Waffenarsenal in den hitzigen Verfolgungsjagden nichts bringt, wenn der fahrbare Untersatz nicht mitspielt, haben sich die Konstrukteure nebst einem Turbo auch noch einige ganz spezielle Extras einfallen lassen. Düst ihr mit eurem Wagen auf einen Fluss zu, verwandelt sich das Auto im Bruchteil einer Sekunde in eine Wasserfahrzeug.
Habt ihr schließlich zu viele Treffer während der Fahrt eingesteckt, geht die Verwandlungsfähigkeit eures Boliden noch ein Stück weiter und aus dem Auto wird kurzerhand ein wendiges Motorrad. Dieses kann dann zwar nicht mehr soviel austeilen wie sein vierrädriger Vorgänger, ist jedoch dank erhöhter Beweglichkeit dafür umso schwerer zu treffen. Trotz einer ganzen Reihe von Funktionen bleibt der Interceptor dabei erfreulich leicht zu steuern.
Da geteiltes Leid bekanntlich halbes Leid ist, kann man die extrem kurze Kampagne dabei auch in einem Kooperationsmodus bestreiten. Der erste Spieler steuert dabei den Interceptor und die Frontwaffen, während der Mitstreiter sich auf den Rückspiegel und die Sekundärwaffen konzentrieren kann. Der Nährgehalt dieses Kooperationsmodus hält sich dabei jedoch stark in Grenzen, da im Endeffekt beide Spieler kaum ausgelastet sind und sich recht schnell langweilen. Spannender ist da schon der Deathmatch-Modus, in dem man sich gegeneinander die Raketen um die Ohren schießt.
Akustisch sieht die Sache nur minimal besser aus: Das Peter Gunn-Theme, das Markenzeichen der Reihe, findet sich nur stark verwässert unter unzähligen, meist mauen Techno-Liedern wieder und würde man nicht ausgiebig im umfangreichen Making of des Bonus Materials darauf hingewiesen werden, würde wohl niemand merken, dass einige Lieder von Pop-Ikone Vanessa Carlton beigesteuert wurden.
Die deutsche Sprachausgabe sowie die Soundeffekte selbst können dagegen durchaus überzeugen, wobei unverständlicherweise nur die Ingame-Sprachausgabe lokalisiert wurde. In den Zwischensequenzen müsst ihr mit deutschem Untertitel auskommen.
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