Gesamtwertung86%/10 |
GrafikSehr gut SoundGut |
LanzeitspaßSehr gut SpieleinstiegSehr gut |
BedienungSehr gut |
Im neuesten Spiel aus dem Star Wars Universum darf man als Spieler an allen großen Schlachten teilnehmen, die man bisher nur als Beobachter zu sehen bekommen hat. Mit schöner Grafik und vor allem viel Atmosphäre wollen die Entwickler von Pandemic am Thron des bisherigen Genrekönigs Battlefield 1942 rütteln. Ob es Star Wars Battlefront mit dem direkten Konkurrenten aufnehmen kann, erfahrt Ihr in unserem Test.
All inclusive
Im Spiel verschlägt es den Spieler an alle Fronten der kompletten Star Wars Spielfilmreihe. Egal ob nun die Schlacht um den Waldmond Endor aus der alten Trilogie oder etwa der Kampf zwischen Klontruppen und Droiden auf Geonosis. Sogar eine Schlacht aus dem noch nicht erschienenen dritten und letzten Film ist mit von der Partie. Spielbar sind vier Fraktionen: die Rebellenallianz, das Galaktische Imperium, die Konföderation Unabhängiger Systeme, kurz KUS sowie die Streitkräfte der Republik. Neben diesen gibt es in manchen Levels auch noch sogenannte neutrale Völker. Hierzu gehören beispielweise die Gungans auf Naboo oder die aggressiven Sandleute auf dem Wüstenplaneten Tatooine. Auf jeder Karte ist es die Aufgabe eines Teams, die Gegner so lange zu bekämpfen, bis deren Ticketanzahl auf Null gesunken ist. Das Team, dass die alle Kommandoposten hält hat einen Vorteil, weil dadurch die Ticketanzahl der Gegner sinkt. Wenn ein Spieler im Kampf fällt, verbraucht er ebenfalls ein Ticket zu respawnen.
Wo steig ich ein?
Wie in Battlefield 1942 sind auf den mehr als 20 Karten verschieden viele Spawnpunkte, sogenannte Kommandoposten verteilt. Bringt man diese unter seine Kontrolle können Teammitglieder fortan von dieser Stelle aus in den Kampf ziehen. Um einen gegnerischen Posten zu erobern, muss man eine bestimmte zeitlang warten bis der Punkt neutral wird und somit von keiner Partei als Einstiegspunkt genutzt werden kann. Danach gilt es nur noch die restliche Zeit zu überstehen bis der Kommandoposten eingenommen ist. Neben den stationären Spawnpoints gibt es auf manchen Karten auch noch mobile Varianten.
Bei der Schlacht um den Eisplaneten Hoth beispielsweise dienen die großen vierbeinigen AT-ATs des Imperiums als wandelnder Einstiegspunkt.
Die Geschichte nachspielen
In Star Wars Battlefront gibt es zwei Hauptkampagnen. In einer spielt man alle Schlachten, die in den ersten drei Filmen vorkamen, wobei es nicht möglich ist, eine der beiden Parteien frei zu wählen. Abwechselnd spielt man mal für das Imperium und dann wieder für die Rebellenallianz. Die zweite, etwas längere Klontruppenkampagne basiert auf den neuen Episoden 1 bis 3. Am Anfang jeder Mission steht ein kurzes Briefing, in dem alle Missionsziele erklärt werden. Falls man eine Mission beim ersten Mal nicht schaffen sollte, darf man sie beliebig oft wiederholen. Durch drei Schwierigkeitsgrade wird die künstliche Intelligenz der computergesteuerten Mitspieler an den Spieler angepasst. Leider verhalten sich die Bots auf den ersten beiden Stufen ziemlich dumm, erst ab der Stufe Schwer wird dem Spieler etwas abverlangt.
Herrscher der Galaxis
Neben den beiden Kampagnen gibt es in Star Wars Battlefront auch noch den Modus Galaxis-Eroberung. Hier muss man, um zu gewinnen, nach und nach alle gegnerischen Planeten besetzen. Jeder Planet verfügt über einen bestimmten Bonus, den man, falls der Planet unter Kontrolle gebracht ist, in der nächsten Schlacht einsetzen kann. Wer z.B. den Wüstenplaneten Tatooine besitzt, darf nächstes Mal mit einem bekannten Jedi-Meister in die Schlacht ziehen. Nach dem man das erste Mal einen feindlichen Planeten angegriffen hat, und den Sieg davontragen konnte, gilt dieser von nun an als umkämpft. Erst nach einem zweiten erfolgreichen Schlag darf man den Planeten sein Eigen nennen. Die Galaxis-Eroberung kann man in verschieden Perioden spielen, wahlweise für eine der vier Parteien.
Die Qual der Wahl
Neben der Wahl der zu spielenden Fraktion muss man sich am Anfang jeder Schlacht auch noch eine aus fünf Soldatenklassen aussuchen. Neben den Standardsoldaten wie Scharfschütze, Infanteriesoldat, Pilot und Raketenwerferschütze die auf drei der vier Seiten vorhanden sind, verfügen die Klontruppen, das Imperium und die KUS über eine Spezialtruppe. Bei der KUS darf man als Droideka samt Schutzschild kämpfen, die Klontruppen und das Imperium haben jeweils eine Jet-Truppe. Nur die Rebellen wurden etwas vernachlässigt. Der Wookie-Schmuggler gehört zwar einer anderen Rasse an, etwas Besonderes kann er aber nicht. Wer den Piloten wählt, egal auf welcher Seite, repariert automatisch alle Fahrzeuge beim einsteigen.
Auf den teilweise ziemlich großen Karten würde es ziemlich lange dauern bis man sich als einzelner Soldat zu Fuß bis zur gegnerischen Basis durchkämpft.
Gut, dass die Entwickler das komplette Star Wars Fahr- und Flugzeug Arsenal eingebaut haben. Das umfasst mehr als 24 Vehikel, darunter Flieger wie den bekannten X-Wing der Rebellen oder den TIE-Fighter des Imperiums. Ebenfalls vorhanden sind die schnellen Speeder-Bikes oder die zweibeinigen AT-STs. Wer auf große Maschinen steht, greift zum AT-AT oder dessen Vorgänger, dem AT-TE der Klontruppen. In den meisten Fahrzeugen dürfen mehrere Spieler gleichzeitig Platz nehmen, um so auch alle Waffen effektiv nutzen zu können. Die Karten wurden so aufgeteilt, dass es auf fast jedem Planeten zwei verschiedene Maps gibt, eine davon ist Vehikelorientiert, die andere setzt wiederum auf Kämpfe zwischen Spielern, manchmal ohne, meistens aber mit weniger Fahrzeugen. Somit ist für jeden Geschmack etwas dabei.
Kein hässliches Entlein
Grafisch muss sich Star Wars Battlefront vor Battlefield 1942 keinesfalls verstecken. Zwar sind in jedem Level die Hintergründe nur 2D Bitmaps, stören tut dies aber nicht. Außerdem fliegen bei manchen Schlachten große und kleine Raumschiffe durch den Himmel, was die Atmosphäre noch mal anhebt.
Die Figuren wurden allesamt sehr gut animiert und sind äußerst detailreich. Grafikfeatures wie Verzerrungseffekte kann man in den Optionen zwar ausschalten, dennoch ist während des Spielens immer ein Verschwemmungseffekt da, der den einen oder anderen Spieler anfangs etwas nerven kann. Nach einiger Zeit aber wird man merken, dass er zum Spiel passt. Das einzige, was besonders Star Wars Fans stören wird, ist die Sprachausgabe. Leider wurden für die deutsche Übersetzung keine Originalsprecher engagiert, wodurch alle Heldenstimmen ungewollt komisch klingen.
Multiplayer-Frust
Selbstverständlich hat auch Star Wars Battlefront einige Macken. Einerseits ist es der Wiederspielwert der Kampagnen, der bei Null liegt. Andererseits fehlende Einstellungsmöglichkeiten wieso kann ich nicht selbst wie in Battlefield 1942 festlegen wie viele Tickets während einer Schlacht zur Verfügung stehen? Was dringend behoben werden muss, ist das Internetproblem. Bei einem Spiel, das auf Multiplayer ausgelegt ist, darf es so etwas einfach nicht geben. Das und noch einige Kleinigkeiten trennen Star Wars Battlefront vom Genre-Spitzenplatz.
Fazit von Lars RohrbeckWas für eine Überraschung, als Science Fiction Verachter wollte ich Star Wars Battlefront nur mal kurz anspielen. Angefangen hat das um 22 Uhr, aufgehört morgens um 5. Ich konnte es kaum glauben aber das Spiel hat mich in seinen Bann gezogen. Packende Gefechte mit der Atmosphäre eines Kinofilmes Fantastisch! Das Spielprinzip mit den Tickets war für einen waschechten Konsolero neu, schließlich war es in bisher keinem Konsolenspiel vorhanden. Da Star Wars Battlefront stark auf den Multiplayermodus ausgelegt ist, steht wie auch bei der PC-Fassung das Onlineproblem ganz oben auf der Mängelliste. Für Einzelspieler lohnt sich der Kauf durch die zusammenhangslosen Storyhäppchen nur bedingt. Wer gerne mit Kumpels vernetzt oder via Splittscreen zockt oder gar eine Standleitung sein eigen nennt, kann sich auf viele Stunden voller Spielspaß freuen. Da Battlefield 1942 nur für den PC erhältlich ist, gibt es für Konsolenbesitzer keine ähnliche Alternative. Deshalb darf sich Star Wars Battlefront auch ganz in Ruhe auf den Genre Thron setzen.
Star Wars Battlefront im Test.
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