The Chronicles of Riddick: Escape from Butcher Bay

Review
Plattform
XBOX
Vertrieb
Vivendi
Entwickler
Starbreeze Studios
Erscheinungsdatum
-
Genre
Shooter
USK
-
The Chronicles of Riddick: Escape from Butcher Bay [XBOX , looki.de]

Gesamtwertung

91%/10

Grafik

Sehr gut

Sound

Sehr gut

Lanzeitspaß

Gut

Spieleinstieg

Sehr gut

Bedienung

Gut

The Chronicles of Riddick: Escape from Butcher Bay

Wie aufmerksame Leser unseres E3-Previews zu 'The Chronicles of Riddick' seit Mai wissen, erzählt das Gemeinschaftsprojekt von Starbreeze (Knights of the Temple, Enclave) und Tigon Studios (Vin Diesel’s Softwarelabel) nicht die Geschichte des Kinosequels. Vielmehr führt uns die Story an die Anfänge von Richard B. Riddick zurück, weit vor den Geschehnissen aus 'Pitch Black'. Zu besagtem Zeitpunkt zählt Riddick allerdings schon zu den am meisten gefürchtetsten Verbrechern im Universum.

So kommt es, dass er eines Tages in die Fänge eines Kopfgeldjägers gerät. Dieser verfrachtet ihn ohne Umschweife in den Hochsicherheitstrakt Butcher Bay, welcher als härtestes Gefängnis überhaupt gilt. Es heißt, eine Flucht wäre unmöglich. Innerhalb der Mauern gibt es dunkle Korridore und gefährliche Bereiche, in denen nicht nur die Wächter schnell den Abzug drücken. Auch die anderen Häftlinge sind nicht gut auf Riddick zu sprechen, so lauern Chaos und Tod hinter jeder Ecke. Trotz allem ist Riddick fest entschlossen, seine Freiheit wieder zu erlangen und schmiedet schon während der Inhaftierung einen Fluchtplan. Doch die Flucht wird zum gnadenlosen Kampf ums Überleben.

Allein die Hintergrundgeschichte, begleitet von einem minutenlangen Introfilm, hat einen Pluspunkt verdient. Die nahtlosen Übergänge aus einer Zwischensequenz in die Spielgrafik sorgen für Staunen. Ähnlich wie Gordon Freeman damals in Half-Life wird Riddick während einer interaktiven Sequenz ins Gefängnis abgeführt. Hier seht ihr für lange Zeit zum letzten Mal die Mauern von Butcher Bay von Außen. Das Spiel beginnt für euch in Riddicks Zelle. Kaum öffnen sich die Türen eures Blocks, beginnen schon die ersten Gespräche mit weiteren Insassen. Spätestens hier wird euch der gravierende Unterschied zu möglichen Genrekollegen bewusst: wo in konventionellen Egoshootern mit dem ersten Schritt auch gleich die ersten Schüsse fallen, führt euch 'The Chronicles of Riddick' langsam ans Spiel heran.

Im sogenannten Adventure-Part fühlen sich ruhige Gemüter mit Sicherheit schnell zu Hause. Riddick spricht mit storyrelevanten Figuren sowie auch mit Nebencharakteren, erhält wichtige Infos über mögliche Fluchthelfer oder bekommt vereinzelte Aufträge angeboten. Wie ihr euch entscheidet liegt ganz bei euch, jedoch sind Freunde und Helfer im Knast Goldwert. Daher schadet es nicht, sich vom zielsicheren Storypfad weg zu bewegen und kleinere Nebenaufgaben zu lösen. Ein weiterer interessanter Punkt sind die realistischen Faustkämpfe, die ebenfalls in Egoperspektive ausgetragen werden. Wie es sich für ein derartiges Gefängnis gehört, sind handfeste Auseinersetzungen an der Tagesordnung. Auf Knopfdruck ballt Riddick die Fäuste und blockt gegnerische Schläge gekonnt ab. Einen weiteren Tastendruck später landet ein harter Faustschlag im Gesicht des Gegners.

In Kombination mit dem linken Analogstick führt man sogar durchschlagskräftige Schlagkombinationen aus, die dem Gegenüber keine Chance auf den Sieg lassen.

|Doch damit erschöpft sich die vielseitige und abwechslungsreiche Gameplay-Palette von 'The Chronicles of Riddick' noch lange nicht. Ist es euch nach mehreren gewollt missglückten Versuchen endlich gelungen die Flucht anzutreten, dürft ihr euch auf Splinter Cell-ähnliche Schleichstunden freuen. Dabei huscht ihr von einem Versteck ins nächste, beobachtet patrouillierende Wachen und schaltet sie lautlos per Genickbruch oder unter Einsatz von Knastüblichen Waffen wie selbstgebastelten Messern oder Schraubenziehern aus. Da die Entwickler auf sämtliche Bildschirmanzeigen verzichtet haben – mit Ausnahme der Lebensenergie – wird euch der über einen einfachen Tastendruck zu aktivierende Schleichmodus durch ein erweitertes Sichtfeld und blau eingefärbten Bildschirm angezeigt.

So habt ihr auf einen Blick die Bestätigung, ob ihr euch in einem sicheren Versteck befindet oder für feindliche Augen sichtbar seid. An bestimmten Stellen im Spiel kommt ihr mit Schleichtaktiken aber nicht mehr weiter. Dann wird von euch verlangt zur Waffe zu greifen und euch eurer Haut mit brachialer Gewalt zu erwehren. Hierfür dürft ihr auch auf die Sturmgewehre der Wachen zurückgreifen, die sonst bewusst Sicherheits-codiert und somit für Riddick unbrauchbar sind. Die Ballereinsätze spielen sich wie ein brillanter Egoshooter mit einer sehr direkten Steuerung. Ihr könnt auf Knopfdruck an eure Widersacher heranzoomen, ums Eck schauen oder aus gehockter Position heraus schießen. Auch hierbei spielt die richtige Taktik eine tragende Rolle: die KI der Gegner erlaubt aus gesicherter Stellung zu schießen oder in Deckung zu gehen. So habt ihr es auch bei menschlichen Wächtern oftmals mit schwierigen Kontrahenten zu tun. Zusätzlich zum Wachpersonal trefft ihr an vielen Stellen auf Kampfroboter oder Sicherheitstürme, bei denen ein direkter Angriff oder offener Schlagabtausch ebenfalls zum schnellen Bildschirmtod führt.##

Zu Beginn sind die Waffen noch mit einer scheinwerferartigen Lampe ausgestattet und unser Anti-Held ist in der Dunkelheit noch blind wie ein Maulwurf. Nach ein paar spannenden Schusseinlagen kommt es aber zu einem folgenschweren Zwischenfall und die Lichtquelle versagt ihren Dienst. Ausgerechnet hier verschlägt es Riddick in die düsteren Katakomben des Gefängniskomplexes. Doch wie schon erwähnt: wohl dem der Nebenaufträge erfüllt und Freunde hat. Nach einer weiteren technisch beinah perfekten Zwischensequenz ist der Flüchtling mit der sogenannten Eyeshine-Fähigkeit ausgestattet, die es ihm erlaubt, im Dunklen zu sehen. Auch dieser Effekt wird grafisch eindrucksvoll mit erweitertem Blickwinkel und farblicher Veränderung der Umgebung dargestellt. Zudem beweist sich Riddick in punkto Bewegungsrepertoire als vielseitig. Der Muskelprotz steigt auf Kisten, springt über Abgründe oder hangelt an Kanten entlang. Stellenweise könnt ihr euch sogar an der Decke befindliche Stangen entlangbewegen. Außerdem warten zahlreiche Luftschächte darauf, erkundet zu werden.

Die Schächte dienen aber auch dem taktischen Aspekt: zum einen könnt ihr euch dort unentdeckt in neue Bereiche schleichen, zum anderen dienen die Röhren für kurzfristige Verstecke in brenzligen Situationen. Die einzelnen Levels sind dabei so designt, dass ihr auch sämtliche Aktionen zu eurem Vorteil ausnutzen könnt oder nicht. Die Steuerung fällt dabei erfreulich simpel aus: alle Aktionen werden mit nur einer Taste ausgeführt. Als optischer Nebeneffekt springt die Kameraperspektive in diesen Situationen von der Egoansicht in eine festgelegte Außenposition. So könnt ihr Riddick bei seinen Kletteraktionen nicht nur beobachten, sondern auch effektiver steuern.##

Wie schon erwähnt bietet 'The Chronicles of Riddick' eine gelungene Kombination aus Action-, Adventure- und Stealthelementen. Seid ihr später im Spiel viel damit beschäftigt euch mal den Weg freizuballern oder weite Wege in sicherer Dunkelheit zu gehen, überwiegt zu Beginn das Abenteuer und die Erforschung des Gefängniskomplexes. Hier erhaltet ihr nämlich viele verschiedene Aufgaben, die euch eurem Ziel, der Flucht aus Butcher Bay, kontinuierlich ein Stückchen näher bringen.

Es gibt viele Insassen und Wächter, mit denen ihr kommunizieren könnt. Hier erhaltet ihr dann besagte Aufträge. Bei bestimmten Personen lassen sich sogar die knastüblichen Tauschgeschäfte abwickeln. Um aber an wichtige Gegenstände wie Waffen oder auch Drogen ranzukommen, gilt: eine Hand wäscht die andere. So müsst ihr beispielsweise einem Mithäftling die Mahlzeit vergiften, um weitere Infos über einen möglichen Helfer bei der Flucht zu erhalten. An anderer Stelle gilt es einen unbeliebten Knastkollegen aus dem Weg zu schaffen, um an Geld zu kommen. Damit könnt ihr bei wieder einem anderen nützliche Gegenstände wie Messer oder Schlagringe kaufen. Somit bleibt euch genügend Handlungsfreiheit, um euch innerhalb des Gefängnisses frei zu bewegen. Dasselbe gilt für die Schlüsselszenen im Spiel: eure Aufgabe ist es zum Beispiel, zum Wachgruppenführer zu kommen und somit den nächsten Storypart einzuleiten. Jetzt bleibt euch die Wahl, entweder mit Drogen in der Tasche erwischt zu werden, was ebenfalls nur über einige weitere Aufträge führt, oder euch in aufeinander folgenden Kämpfen mit mehreren Insassen bis zum Wärter vorzukämpfen. Hierbei sind sogar Hieb- und Stichwaffen erlaubt.

Das heißt, ihr prügelt euren Gegnern mit Messern, Schlagringen oder Stahlknüppeln die Schädeldecke zu Brei. In den kugelsicheren Abschnitten dürft ihr dann mit Pistolen, Betäubungswaffen, Granaten, Schrot- und Maschinengewehren der Shooterarbeit nachgehen.

Um es gleich vorweg zu nehmen: 'The Chronicles of Riddick: Escape from Butcher Bay' ist in technischer Hinsicht so wegweisend wie einst 'Halo' oder 'Splinter Cell'. In sämtlichen Aspekten wie Grafik, Sound, KI oder Animationen zeigt 'Riddick', welches Potenzial in der Xbox steckt. Die Film- und Dialogszenen fügen sich nahtlos in den Spielablauf ein. Dank Normal Mapping, einer Erweiterung der bislang meist verwendeten Lichtberechnungstechnologie Bump Mapping, erstrahlen die Umgebungsgrafiken in nahezu realistischer Qualität. Die grafische Seite brennt ein bislang kaum gesehenes Licht-und Schattenfeuerwerk ab. Brilliante, fast plastisch wirkende Texturen und lebensechte Charaktere machen die Lizenz-Versoftung zum optischen Ausnahmetitel. 5.1 Dolby Digital-Sound und die eindeutig erkennbaren englischen Originalstimmen von Vin Diesel, Xzibit und Co. unterstützen die filmreife Präsentation. Und das Beste daran: die in Deutschland erhältliche Verkaufsversion ist ungekürzt und lediglich mit deutschsprachigen Untertiteln angepasst. Somit verliert das Spiel absolut nichts an seiner packenden Atmosphäre, hat dafür aber ein 18er USK-Rating bekommen.

Fazit

'The Chronicles of Riddick: Escape from Butcher Bay' ist eine spannende und technisch brillante Mischung aus Abenteuer und Egoshooter. Das innovative Gameplay fesselt von Anfang an ans Joypad. Das Entwicklerteam hat hier einen adrenalingeladenen Action-Shooter der Extraklasse geschaffen und setzt neue technische Maßstäbe. Einziger Haken: das Spektakel ist leider schon nach ca. 10 Stunden durchgespielt. Trotzdem - wer eine Xbox hat, greift zu. Unserer Meinung nach der zur Zeit beste Egoshooter-/Adventure-/Stealth-Titel auf der Xbox!

The Chronicles of Riddick: Escape from Butcher Bay [XBOX , looki.de]

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