The Urbz - Sims in the City

Review
Plattform
XBOX
Vertrieb
Electronic Arts
Entwickler
Electronic Arts
Erscheinungsdatum
-
Genre
Simulation
USK
6
The Urbz - Sims in the City [XBOX , Justgamers]

Gesamtwertung

70%/10

Grafik

Befriedigend

Sound

Gut

Lanzeitspaß

Befriedigend

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Gut

The Urbz - Sims in the City

Die Sims sind wieder in der Stadt: Die Urbz lässt euch am prallen Nachtleben in unterschiedlichen Teilen einer Stadt teilhaben. Aber nur mit dem richtigen Styling, hippen Klamotten und einem guten Ruf kommt ihr an den Türstehern der angesagtesten Clubs vorbei und könnt wichtige soziale Kontakte knüpfen. Dabei begegnet ihr so bekannten Personen wie den Black Eyed Peas. Ob diese Partys soviel Spaß wie im richtigen Leben machen, erfahrt ihr in unserem Review...

Alles eine Frage des Stils

Die Urbz - Sims in the City ist der inzwischen dritte Teil der erfolgreichen Die Sims-Reihe von Entwickler Maxis. Im Gegensatz zu den beiden Vorgängern steht diesmal aber nicht mehr das eigene Leben und die Entwicklung einer Karriere in einem gutbezahlten Job im Vordergrund. Es geht vielmehr darum, sich in der Stadt einen Ruf zu machen, Kontakte zu anderen Sims herzustellen und zu pflegen und sich selbst so gut wie möglich in Szene zu setzen. Zu Anfang seid ihr ein unbedeutender Niemand, keiner kennt euch und kein Schwein ruft euch an. Doch das wird sich schon sehr bald ändern.

Bevor ihr euch jedoch in das wilde Treiben stürzen könnt, müsst ihr ein Profil anlegen und euch einen Sim erstellen. Dabei könnt ihr Geschlecht, Figur, Haare und Klamotten sowie den Stadtbezirk bestimmen, in dem ihr anfangen wollt. Nach der Begrüßung vor eurem neuen Appartement in der 98sten Strasse durch will.i.am, dem Leadsänger der Black Eyed Peas, macht ihr euch von hier aus auf, um die Nachtwelt zu erobern. Jedes Gebiet wird dabei von einer anderen Gruppe von Sims bevölkert. Am Bahnhof hängen Punks und Gothiks herum, im Skater Park treffen sich lässige Hip Hopper, in BrilliValley bekommt ihr es mit der High Society zu tun und unter der Südbrücke finden sich ziemlich zwielichtige Gesellen. Insgesamt gibt es zwölf solcher Bezirke, die erst nach und nach freigeschaltet werden. Habt ihr dies erst mal erreicht, könnt ihr jederzeit mit der U-Bahn zwischen den Schauplätzen pendeln. Dabei fallen allerdings die sehr langen Ladezeiten unangenehm auf.

Es lohnt sich schon fast, bei einem Levelwechsel den Gameboy rauszukramen, um die Spielpause mit einer Runde Tetris zu überbrücken. Dafür wird aber auch immer gleich der ganze Bereich geladen, zwischendurch wird man also von Ladepausen verschont.Um nun in dem jeweiligen Bezirk vom Niemand zum gefeierten Star aufzusteigen, müsst ihr euch zunächst einmal passende Klamotten besorgen. Logisch, denn mit weiß geschminktem Gesicht, blutunterlaufenen Augen, einer zerschlissenen Lederkluft und pinken Haaren dürft ihr bei den oberen Zehntausend von BrilliValley nicht mal die Fußmatte benutzen, die Punks am Bahnhof aber werden euch für euren Style bejubeln. Da bekanntlich nichts im Leben umsonst ist, will erst mal das nötige Kleingeld verdient werden, bevor ihr euch das neue Outfit auch leisten könnt. Ein Job findet sich in jedem Stadtteil, mal arbeitet ihr als Model, mal als Barkeeper, ihr stellt Piercings her oder zähmt und verkauft Frettchen. Leider bestehen diese Aufgaben nur aus simpelsten Minispielchen, in denen ihr unter zunehmenden Zeitdruck lediglich die richtigen Tastenfolgen drücken müsst. Hier wurde eindeutig Potential verschenkt, denn auf Dauer langweilen die anspruchslosen Tippereien doch ziemlich, zumal es so faktisch keinen Unterschied macht, ob ihr Drinks mixt oder Feuerwerkskörper herstellt, das Prinzip ist immer das Selbe.

Das Leben ist eine Party

Mit den Taschen voller Kohle gilt es nun, mit den anderen Sims ins Gespräch zu kommen und sie sich zum Freund zu machen. Dadurch zeigen sie euch bestimmte soziale Aktionen, die ihr dann immer wieder einsetzen müsst, um neue Bekanntschaften schließen zu können. Klickt ihr einen Urb an, habt ihr per Menü die Wahl zwischen einer freundlichen Begrüßung, Flirten, Beleidigungen und vielem mehr. Anhand der Farbe der Schrift der ausgewählten Sozialaktion lässt sich dann erkennen, ob ihr euch damit noch beliebter macht oder um Kopf und Kragen redet. Mit wachsendem Bekanntheitsgrad stehen euch immer mehr Möglichkeiten zur Auswahl, später könnt ihr andere Urbz auch dazu auffordern, sich euch anzuschließen und so eine eigene Clique aufbauen. Das alles ist jedoch recht langwierig, denn bis es soweit ist, müsst ihr wieder und wieder bei jedem Urb die gleichen Aktionen abklappern, bis er euch endlich gut genug leiden kann, um zu euch ins Team zu wollen. Spätestens nach dem zehnten Mal klickt ihr die Moves einfach weg, egal, wie witzig sie sind.

Habt ihr euch nun die richtigen Klamotten besorgt und schon ein paar Freunde gefunden und so euren Ruf verbessert, werdet ihr in den Club an der Ecke eingeladen. Nach einem prüfenden Blick winkt euch der Türsteher rein, dann ist Party angesagt: In jeder Szene-Bar trefft ihr zahlreiche Gesprächspartner und nehmt je nach Bezirk an einer Veranstaltung wie etwa Roboterkämpfen oder einer Showeinlage auf dem Laufsteg teil. Hier macht ihr auch Bekanntschaft mit Darius, der euch pro Stadtteil einen sogenannten Power-Sozi beibringt. Damit ist nicht etwa ein besonders aktives SPD-Mitglied gemeint, sondern eine wirkungsvolle Spezialattacke, mit der ihr Ganoven wie den Punker Gottfried McBein in die Flucht schlagen könnt. Übeltäter wie er sind echte Partypupser, sie rauben die Leute aus und verbreiten Angst und schlechte Laune. Verjagt ihr sie, ist euch der Dank der anderen sicher, außerdem wartet eine Belohnung auf euch, wenn ihr alle Bezirke 'befreit'.

Neben all diesen Tätigkeiten gilt es natürlich auch wieder, bestimmte Bedürfnisse eures Sims zu erfüllen. Wie schon in den Vorgängern müsst ihr regelmäßig auf die Toilette und unter die Dusche, außerdem hat euer Sim Hunger, wird müde und ist schnell gereizt, wenn etwas nicht so läuft, wie es soll. Zum Glück finden sich in jedem Bezirk Klos der Marke UriNali, Waschbecken, Snackautomaten und Buffets und auch Videospielautomaten gegen die üble Laune. Übernachtet wird entweder im Club auf dem Sofa oder notfalls auf einer Parkbank. Leider hat es den Anschein, dass die Entwickler diese Notwendigkeiten nur deshalb eingebaut haben, weil es in den Vorgängern auch schon so war. Die Animationen auf der Toilette und am Arcadeautomaten sind ja schon sehr witzig, auf die Dauer nervt es aber gewaltig, wenn ihr alle paar Minuten aufs Klo rennen oder euch die Hände waschen müsst, obwohl ihr lieber etwas anderes machen würdet. Es kann also passieren, dass man irgendwo in der Ecke sitzt und liest, um den Wert für 'gute Laune' wieder aufzupäppeln, während man eigentlich dringend Geld für die Miete bräuchte, den Job aber wegen der derzeit schlechten Laune des Sims nicht annehmen kann. Der Spielfluss kommt dadurch merklich ins Stocken, und das Spieltempo ist ja ohnehin schon nicht gerade das höchste.

Beweg deinen Hintern

An der Steuerung hat sich gegenüber den Vorgängern nichts Wesentliches geändert, ihr dirigiert euren Sim wie bei PC-Spielen mittels Cursor durch die frei dreh- und zoombaren Gebiete. Dabei leuchten Objekte hell auf, wenn ihr mit ihnen interagieren könnt, gelbe Kreise kennzeichnen potentielle Gesprächspartner. Klickt ihr sie an, öffnet sich ein Menü mit den zur Verfügung stehenden Aktionen. Alles andere organisiert ihr mit dem XMC, einem Hybrid aus Handy und Notepad. Hier könnt ihr eure Beziehungen zu anderen Sims checken, SMS abrufen, telefonieren und das Inventar mit den neu gekauften Gegenständen für eure Bude verwalten. Mit einer EyeToy-Kamera lassen sich sogar eigene Bilder auf den XMC überspielen und ins Geschehen einbauen.

Leider ist die Steuerung oft etwas hakelig und teilweise unnötig umständlich. So wird die neueste SMS immer ganz unten in der Liste angezeigt, weshalb man stets durch alle alten SMS scrollen muss, um zur aktuellen zu kommen. Hat man im späteren Spielverlauf schon viele soziale Aktionen gesammelt, verirrt man sich auch gerne mal in den Menüs.

Bis ihr dann die nächste Aktion gefunden habt, hat sich euer Gesprächspartner schon Cola schlürfend in ein anderes Zimmer verkrümelt. Bei mehreren Gegenständen ist es außerdem meist eine Frage der Perspektive, ob der Cursor auch denjenigen aufleuchten lässt, den ihr wirklich benutzen wollt. Insgesamt ist die Steuerung aber ok, wer mit den anderen Sims-Teilen klar kam, der dürfte hier auch keine größeren Schwierigkeiten haben.

Ich steh auf deine Textur, Baby!

Die Grafik ist einmal mehr bunt und detailreich und je nach Gebiet schrill, glamourös oder modern. Die Umgebung spiegelt dabei immer gut das entsprechende Thema des Bezirks wieder, ist aber ansonsten wenig spektakulär. Auch technisch haben die Urbz mit einigen Krankheiten zu kämpfen, vor allem frage ich mich, warum die Bezirke beim Drehen in der Vogelperspektive immer wieder ruckeln und haken, und das auf einer so leistungsfähigen Konsole wie der Xbox. Auch kann es zu derben Slowdowns kommen, wenn sich zu viele Sims in einem Bild aufhalten, oft ist dann sogar das Klicken durch die Menüs davon betroffen. Auch Lichteffekte oder sonstige optische Schmankerl sucht man vergebens. Dafür entschädigen die witzigen Animationen der Urbz, wenn sie vom zehnten Espresso in Folge einen Koffeinschock kriegen oder mit anderen Sims quatschen und herumalbern. Die Animationen sind eindeutig das Highlight des Spiels und gleichzeitig die Belohnung für einen höheren Bekanntheitsgrad, denn Hauptmotivation ist am Anfang eindeutig das Freischalten neuer Moves.

Richtig spaßig sind dann auch die Geräusche, welche die Urbz in ihrem „Simlish“ von sich geben. Ob lustvolles Stöhnen bei den Elektroschocks eines Mentalmanipulators oder qualvolles Keuchen auf dem Klo, wenn mal wieder etwas quer sitzt, alles wurde mit viel Liebe zum Detail eingefangen und ist für den ein oder anderen Lacher gut. Was die Musik angeht, so gibt es von den Black Eyed Peas einiges auf die Ohren, denn eine stattliche Anzahl von Songs ihres erst im nächsten Jahr erscheinenden Albums Monkey Business wurden auf simlish abgemixt und dröhnen nun in den diversen Clubs und Bars. Ansonsten hat man aber auch bei der Musik darauf geachtet, sie der Umgebung anzupassen. So gibt es im Skater Park satte Beats zu hören, während man im Bahnhof bei den Punks eher auf Metal steht. Alles in allem sicher nicht umwerfend, aber ganz unterhaltsam.

Fazit

Mit Die Urbz - Sims in the City bekommen alle Liebhaber der Serie endlich neues Futter. Zwar ist das Spiel bei weitem nicht mehr so innovativ wie die Vorgänger und deutlich mehr auf Fun als auf die Simulation eines Lebens ausgelegt, Fans dürfen aber getrost zugreifen. Alle anderen sollten Die Urbz vorher anspielen, denn das gemächliche Spieltempo, die bestenfalls durchschnittliche technische Umsetzung und das sehr simple Spielprinzip sind sicher nicht jedermanns Geschmack. Negativ fällt außerdem die recht kurze Spielzeit auf, denn das Spiel lebt mehr als seine Vorgänger vom Reiz des Neuen. Hat man erst einmal alle Clubs von innen gesehen, die verschiedenen Klamotten anprobiert und über alle witzigen Animationen zu den sozialen Moves gelacht, dann ist die Luft weitestgehend raus. Jüngere Zocker werden aber durchaus Spaß mit Die Urbz haben, auch Gelegenheitsspieler werden eine Weile gut unterhalten, wenn auch auf eine harmlose und spielerisch wenig anspruchsvolle Art und Weise. 

The Urbz - Sims in the City [XBOX , Justgamers]

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