Gesamtwertung86%/10 |
GrafikSehr gut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungSehr gut |
Damit ihr auf eurem nächtlichen Beutegang nicht entdeckt werdet, solltet ihr euch tunlichst in der Dunkelheit bewegen. Ein Kristall am unteren Bildschirmrand zeigt dabei genau an, wie gut oder schlecht ihr für Passanten und Wachleute sichtbar seid. Doch nicht nur optisch, auch akustisch müsst ihr auf der Hut sein. Ein schneller Sprint über ein rostiges Stahlgitter lockt eure Gegner ebenso an, wie euer Antlitz unter einer hellen Fackel. Gegen beides könnt ihr jedoch etwas tun: neben Waffen wie eurem Schlagknüppel und einem Dolch hat Garrett auch eine Art Multifunktionsbogen dabei. Dieser lässt sich mit verschiedensten Pfeilen ausstatten.
Mit dem Wasserpfeil lässt sich problemlos jede Feuerquelle löschen, seien es Fackeln oder Kamin- und Lagerfeuer. Ein Schuss und ihr steht danach im vorteilhaften Dunkeln. Knarrt in einer Örtlichkeit der Boden so stark, dass ein lautloses Anschleichen nicht möglich ist? Da kann der Moos-Pfeil helfen. Ein Schuss auf den Untergrund und schon bildet sich eine weiche Moosschicht, auf der eure Schritte garantiert nicht vernommen werden. Auch gegen laute Wachen ist diese Waffe hilfreich. Beschießt ihr einen Wachmann mit dem Pflanzenpfeil, stockt diesem der Atem und er kann so unmöglich nach Verstärkung rufen. Geräuschpfeile, die ein kleines Feuerwerk abbrennen und so Wachen ablenken und Feuerpfeile, die Ölfässer zu explosiven Geschossen machen runden das Angebot an nützlichen Projektilen ab.
Natürlich hat Garrett auch ganz normale Pfeile im Gepäck, mit denen ihr eure Gegner auf die altmodische Weise erledigen könnt. Zu einem offenen Kampf solltet ihr es allerdings nicht kommen lassen. Nicht nur, dass Garrett seinen Gegnern meist zahlenmäßig unterlegen ist, auch um die Nahkampffähigkeit des Langfingers ist es nicht allzu gut bestellt. Leises Anschleichen und meucheln steht auf der Tagesordnung.
Die Missionsstruktur bei Thief ist für das Genre erfrischend offen gestaltet. Kämpft ihr euch in ähnlichen Spielen von Mission zu Mission, bleibt euch hier die Wahl des nächsten Auftrags oft selbst überlassen. Auch die Story des Spiels profitiert davon: so eröffnen belauschte Gespräche nicht nur optionale Sidequests, sie spinnen auch die spannende Geschichte weiter. Startet ihr eine der insgesamt zehn Hauptmissionen, gibt es eine kleine Einführung und ihr könnt den Schwierigkeitsgrad für jeden Auftrag neu wählen. Dieser reicht von Leicht bis Experte. Je nachdem, welchen ihr davon wählt, verhalten sich die Wachen mehr oder minder intelligent. Verlieren Wachleute im leichten Schwierigkeitsgrad nach eurer Sichtung relativ schnell das Interesse, verfolgen sie euch auf Expert teilweise minutenlang. Da hilft dann auch das Verstecken in dunklen Ecken nichts und ihr solltet von eurer Blendgranate Gebrauch machen.
Die verschiedenen Missionsziele lassen sich jederzeit im Optionsmenu nachlesen, eines ist aber immer gefordert: die Örtlichkeit um eine bestimmte Anzahl von Wertgegenständen zu erleichtern. Dies wirkt sich zum einen positiv auf euren Geldbeutel aus, zum anderen lernt ihr die Umgebung besser kennen. Das ist auch zwingend erforderlich, denn auf die mitgelieferte Karte kann man sich oft nicht verlassen. Schuld daran ist, dass sich der Lageplan weder drehen, noch zoomen lässt. Auch eure aktuelle Position, sowie verschiedene Stockwerke werden nicht eingezeichnet. Die einzige Hilfe ist der ständige Kompass, der das Sichtjuwel am unteren Bildschirmrand umgibt. Auch das langwierige Erreichen der Karte über das Optionsmenu ist etwas unglücklich geraten.
Noch ein Wort zum KI-Bug von Thief. Fangt ihr eine Mission auf höchster Stufe an, kann es passieren, dass es nach eurem Ableben mit Normal weitergeht. Dass eine Figur mal an einem Vorsprung hängen bleibt oder gar der Sound diverse Aussetzer hat, geschieht aber auch ohne diesen Bug ab und an. Ob und wie Ion Storm diese Fehler auf der XBox beheben will, steht noch in den Sternen.
Steuerungstechnisch gibt es nichts zu meckern, Garrett lässt sich präzise durch sämtliche Situationen lenken. Allerdings hätten dem Meisterdieb ein paar weitere Fähigkeiten nicht geschadet. Mehr als Gehen/Laufen, geduckt Schleichen und Springen ist (anfangs) nicht drin.
Wer anhand der grafischen Pracht auf eine ähnlich spektakuläre Sounduntermalung hofft, wird leider enttäuscht. Sprecher und Soundeffekte kommen zwar gut rüber, allein die Musik scheint aber stellenweise komplett zu fehlen. Auf einen 60Hz Modus muss leider verzichtet werden, dafür läuft das Spiel Xbox-typisch ohne Balken und bietet immerhin einen 16:9 Modus.
Insgesamt ist Thief: Deadly Shadows allen Freunden guter Stealth-Action Titel ausnahmslos zu empfehlen. Gerade Leute, die Spiele wie Splinter Cell aufgrund ihrer Hintergrundgeschichte meiden, sollten hier unbedingt mal einen Blick riskieren.
Thief 3: Deadly Shadows im Test.
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