Gesamtwertung87%/10 |
GrafikGut SoundSehr gut |
LanzeitspaßSehr gut SpieleinstiegGut |
BedienungSehr gut |
Tiger Woods hat es geschafft, etliche Millionen zu verdienen, indem er einen weißen Ball über grüne Wiesen schlägt. Wer eine ähnliche Karriere anstrebt, sich aber weder die Mitgliedschaft in einem Golfclub, noch eine Golfausrüstung leisten kann, bekommt bei Tiger Woods 2003 die Möglichkeit, für ein paar Euro den virtuellen Golfschläger zu schwingen. Wie EA Sports dies auf die Xbox umgesetzt hat, erfahrt Ihr in unserem Test...
Zugänglichkeit und Spieltiefe
Ein Problem, das alles Golfspiele haben, ist die Komplexität des Sports in ein einfach zu erlernendes Gameplay umzusetzen. Dies hat EA diesmal wieder perfekt geschafft, denn wer will, steigt mittels Play Now Option sofort in ein Spiel ein. Hier startet ein Tutorial, dass das Euch in die wichtigste Neuerung des Spiels einweist, nämlich die für die Tiger Woods Reihe neuartige Schlagtechnik, bei der mittels des linken Analogsticks geschwungen wird. Dies funktioniert sehr gut und auch Einsteiger haben können schnell ein Gefühl für die Schläge entwickeln. Auch Hooks oder Draws, also Schläge mit Effet, lassen sich leicht realisieren.
Dies erreicht man, indem der Analogstick nicht exakt vertikal bewegt wird. Die Auswahl der Schläger erfolgt mittels der Schultertasten, praktisch hierbei ist, dass stets die Eigenschaften der verwendeten Eisen angezeigt werden. Mittels X Taste kann zwischen verschiedenen Schlagarten gewählt werden, B zoomt Richtung Loch, während Y zum markieren der Schlagrichtung verwendet wird. Nach einer recht kurzen Eingewöhnungsphase geht die Steuerung intuitiv von von der Hand und erlaubt Einsteigern erste Erfolge, sowie Profis von Beginn an ein differenziertes Ausführen der Schläge. Geputtet wird nach einem ähnlichen Prinzip, nur dass hier mittels eines Cursors die Schlaglänge (bei einer vollen Ausholbewegung) und die Richtung bestimmt wird. Im Allgemeinen gestaltet sich das Putten um einiges schwieriger als die langen Schläge. Der Einfluß des Windes ist natürlich auch zu beachten und kann zwischen jedem Schlag wechseln. Die Stärke und Richtung des Windes wird mittels einer Anzeige am unteren rechten Bildrand visualisiert. Weiß man einmal nicht mehr weiter, kann auch der Caddy mittels Knopfdruck befragt werden. Die True Swing Option ist übrigens auch deaktivierbar, so dass auch mit der altbekannten Balkenanzeige geschlagen werden kann.
Nach jedem erfolgreich abgeschlossenen Parcour erhält man Geld, das sowohl in neue Ausrüstung,als auch in die Verbesserung der Eigenschaften unseres Spielers gesteckt werden kann. Für Motivation ist also ausreichend gesorgt. Auch die unterschiedlichen Spieltypen erlauben ein abwechslungsreiches Gameplay. Von der spaßigen Multiplayerpartie mit Freunden, bis hin zu einem echten 72 Loch PGA Turnier gegen Computergegner ist alles einstellbar, was das Spielerherz begehrt. Sogar der eigene Golfplatz kann nach Belieben aus den vorhandenen Löchern zusammengestellt werden. Sehr wichtig ist natürlich auch der individuelle Charakter, den sich jeder Spieler mittels der Verteilung von Attributpunkten erschaffen kann. Es stehen auch verschiedene Skins zur Auswahl, so dass man auch als attraktive Blondine die Grüns betreten kann. Auch können die Schläge in einer Replayfunktion betrachtet und sogar gespeichert werden.
Die Grafik ist von sehr guter Qualität, die Animationen sind von allererster Güte werden ebenso flüssig wie glaubwürdig präsentiert. Hierbei wurde besonders auf Details geachtet, beispielsweise ist sehr imposant zu beobachten, wie sich die Spielfigur auf einen Putt konzentriert. Die Umgebungsgrafik wirkt typisch für das Genre etwas steril und leblos.
Letzteres hat EA Sports zwar durch den Einbau von animierten Elementen zu beheben versucht, so schwirren etwa Vögel umher oder Wellen schlagen gegen entfernte Riffe, dennoch wünscht man sich, doch einmal in Echtzeit auf dem Golfplatz umherlaufen zu können.
Die Qualität der Texturen ist sehr ordentlich und besonders die Spiegelungen auf dem Wasser sind mehr als nur einen Blick wert. Dennoch hätten Effekte wie Bump Mapping oder hochaufgelöste Texturen das ganze Geschehen zu einem noch bekömmlichern visuellen Eindruck verholfen. Die Licht und Schatteneffekte sind zwar sehr schön anzusehen, heute aber eigentlich Standard. Bäume sehen aus der Nähe leider noch immer sehr grobpixelig aus und wirken stellenweise wie aufgesetzt.
Mit einem Wort: klasse! Intensive Nutzung der Dolby Surround Fähigkeiten der Xbox sowie absolut realistische Soundeffekte und tolle (englische) Sprachausgabe sorgen dafür, dass man die Lautstärkenregler immer mehr aufdreht. Die Menümusik ist EA typisch sehr fetzig und einfach mitreißend. Der Jubel der Zuschauer motiviert ungemein, auch wenn man sich zwangsläufig fragt, wer denn da applaudiert, denn oftmals sind keine Zuschauer weit und breit zu sehen.
Tiger Woods PGA 2003 im Test.
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