Gesamtwertung75%/10 |
GrafikBefriedigend SoundGut |
LanzeitspaßBefriedigend SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Schon vor 20 Jahren wurden Hackerträume wahr: In dem Disney-Film 'Tron' trat ein Mensch in digitalisierter Form die Reise ins Innere eines Computers an. Und obwohl der Streifen den jüngeren unter uns nicht sonderlich bekannt sein dürfte, freuten sich auch hier einige Fans darüber, dass die abgefahrene Story in dem PC-Spiel Tron 2.0: Killer App fortgeführt wurde. Ob auch die Xbox-Umsetzung etwas taugt, das erfahrt ihr im folgenden Review.
Die Story von Tron 2.0: Killer App spielt 20 Jahre nach den Ereignissen des Films. Der Computerspezialist Alan Bradley, welcher in der Vergangenheit zuständig war für die Programmierung von TRON, hat nach zahllosen schweisstreibenden Experimenten endlich eine künstliche Intelligenz zusammengebastelt, mit der der komplette genetische Bauplan eines Menschen digitalisiert werden kann. Leider wird Ma3a, so nennt unser Frankenstein die von ihm geschaffene KI, von einem unbekannten Virus befallen, welches scheinbar von der mächtigen fCon-Gesellschaft eingespeist wurde. Mit Hilfe der so manipulierten Ma3a hoffen die Herren im Vorstand jener Organisation, bald eine Armee von Hackern digitalisieren und auf das Internet loslassen zu können. Diese so genannten DataWraiths sollen aber nicht etwa eingesetzt werden, um Counterstrike-Server lahm zu legen (was schlimm genug wäre), sondern sie sollen die Systeme von Banken infiltrieren, ganze Netzwerke von innen heraus übernehmen und so die Weltwirtschaft in den Kollaps treiben. Da Alan frühzeitig dahinter kommt, wird er kurzerhand gekidnappt. Als sein Sohn Jet macht ihr euch nun auf, das Vorhaben der fCon zu vereiteln und euren Vater zu befreien. Doch zunächst einmal muss Ma3a von dem Virusbefall gerettet werden. Also werdet ihr digitalisiert und in eine Welt aus kastigen Bits und Bytes, umher schwirrenden Nullen und Einsen und knalligen Neonlichtern geschickt.
Alle Waffen außer der Disk benötigen statt Munition, Energie aus eurer Batterie, mit Hilfe derer ihr auch wichtige Subroutinen, Emails und Passwörter aus den überall herumstehenden Datenbausteinen herunterladen könnt. Ballert ihr also zuviel in der Gegend herum, dann müsst ihr zunächst eine Möglichkeit finden, euer Energieniveau wieder auf Vordermann zu bringen. Gott sei Dank sind in den virtuellen Gängen alle paar Meter Patches verteilt, mit denen ihr Lebens- und Batterieenergie regenerieren könnt. Vor allem die Health-Anzeige solltet ihr ständig im Auge behalten, denn selbst auf dem einfachsten Schwierigkeitsgrad könnt ihr euch bei einem Treffer der Gegner sofort von einem großen Stück eurer Lebensenergie verabschieden.
Leider werden dadurch Gefechte mit mehreren Opponenten unnötig schwer und hektisch, zudem latscht ihr öfters mit nur noch einem winzigen Rest an Energie durch die endlosen Gänge, nur um kurz vorm Ausgang doch noch von einem Querschläger erwischt zu werden. Zum Ausgleich für diese frustrierenden Momente gibt es aber auch auf der Xbox die Möglichkeit, jederzeit und überall zu speichern.
Die Bekämpfung von Gegnern steht übrigens weit weniger im Vordergrund als bei anderen Egoshootern, oft sind stattdessen Schalterrätsel zu lösen und dabei eine Menge Laufarbeit zu leisten. Dazu sprecht ihr auch mit anderen Programmen und entlockt ihnen Sätze wie 'Me, a Bit?! Ha, I´m a BYTE, so watch your mouth!' oder 'Sorry, I´m just an email-script, so I don´t know anything.', aber daneben auch hilfreiche Infos darüber, was als nächstes zu tun ist. Interne Firewalls müssen mit den eben schon genannten Passwörtern umgangen oder ausgeschaltet, IP-Transporter aktiviert und Energiesperren deaktiviert werden, wenn ihr weiterkommen wollt. Auch Hüpfpassagen auf frei im Raum schwebenden Datenblöcken sind keine Seltenheit. Nebenbei gibt es auch Abkürzungen und Geheimgänge zu entdecken, die zum Erforschen einladen und mit Bonuswaffen oder einer neuen Subroutine locken. Unter letzterem versteht man Upgrades, die ihr auf der Festplatte von Jet speichern könnt und mit denen fast schon so etwas wie ein RPG-Element ins Spiel kommt: Die Anzahl der aktivierbaren Upgrades ist nämlich begrenzt. Ihr könnt entweder schleichen, höher springen, schneller laufen oder eure Defensiv- oder Offensivwerte verbessern, für alles zusammen habt ihr zu Anfang schlichtweg nicht genug Speicherkapazität. Das ändert sich erst, wenn ihr die über die Levels verteilten Build Points findet und einsammelt. Auch die einzelnen Versionen der Upgrades können nochmals kräftig aufgebohrt werden, wenn ihr die entsprechenden Dateien downloadet.
Ein witziges Goodie sind die kultigen Lichtmotorradrennen, die ihr von einem bestimmten Zeitpunkt an spielen könnt: Auf einem kariertem Raster aus Lichtstrahlen fetzt ihr mit einem Bike durch die Gegend und zieht dabei eine Mauer aus Licht hinter euch her. Ziel ist es dann, die Gegner in die Mauer crashen zu lassen, was einfacher gesagt ist als getan. Oft findet ihr auf dem Raster auch Power Ups, die euch das Rennen erleichtern. Neben einer eigenen Liga und einer Handvoll verschiedener Karten machen freischaltbare Klassen und Boni die Lichtrennen zu einem Spiel im Spiel. Vor allem mit mehreren Mitspielern machen die Rennen dabei durchaus Laune, alleine dagegen sind sie dann doch etwas zu simpel, um längerfristig fesseln zu können. Apropo Multiplayer: Die Optionen hier können sich wirklich sehen lassen. Neben den üblichen Deathmatches und Domination-Modi über Internet, System Link oder Splitscreen können hier auch die Lichtrennen oder eine Mischung aus beidem gegeneinander gespielt werden.
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