Whiplash

Review
Plattform
XBOX
Vertrieb
Eidos
Entwickler
Crystal Dynamics
Erscheinungsdatum
-
Genre
Andere
USK
6
Whiplash [XBOX , looki.de]

Gesamtwertung

74%/10

Grafik

Gut

Sound

Gut

Lanzeitspaß

Gut

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Gut

Whiplash

Jak und Daxter, Ratchet und Clank, Bub und Bob, Fix und Foxi, Pat und Patachon... Dynamische Duos mit gegensätzlichen Charakteren haben eine lange Tradition in der Film- und Videospielewelt. Mit Spanx und Redmond gesellt sich ein weiteres ungleiches Paar dazu. Im Jump’n’Run mit Action-Adventure-Einschlag namens „Whiplash“ dürfen sich die beiden aneinander gefesselten Tierchen in bester Buddy-Movie-Manier mal so richtig austoben, um aus einem Labor für Tierversuche auszubrechen. Ob die „Flucht in Ketten“ gelingt, lest ihr in unserem Review...

Stoppt Tierversuche!

Die skrupellosen Schergen des global operierenden Konzerns Genron haben sich im Namen der Forschung leider auch heute noch beliebter Testobjekte angenommen, um neue Produkte an diesen zu testen: Unschuldige Tiere stehen den gewissenlosen Wissenschaftlern und Schlipsträgern als Forschungsobjekte zur Verfügung und haben so zum immensen Erfolg der Firma beigetragen. Zwei der Versuchstiere können sich jedoch befreien und ihren Ausbruchsversuch starten. Das flinke Wiesel Spanx und das Versuchskaninchen Redmond müssen unweigerlich miteinander klarkommen, wenn sie aus dem riesigen Firmenkomplex entkommen wollen, denn wie im Klassiker-Film „Flucht in Ketten“ sind die armen Tiere per Eisenseil aneinander gebunden. Für Genron wäre eine mögliche Flucht eine Katastrophe, der Konzernboss setzt daher alle Hebel in Bewegung um die Gefangennahme der aufmüpfigen „Angestellten“ zu ermöglichen. So machen euch grobschlächtige Wachmänner, verwirrte Professoren und Roboter-Sonden das Leben schwer.

Gib Kette!

Ihr übernehmt nun also die Kontrolle über das wuselige Wiesel Spanx. Da er der stärkere der beiden ist dürft ihr mit ihm durch die Gegend laufen, hüpfen und eine Angriffswaffe einsetzen. Da an seinem Handgelenk ohnehin der kleine Robohase Redmond hängt bietet es sich doch förmlich an diesen in die Gesichter eurer Feinde zu schleudern. Glücklicherweise kann Redmond sich nicht wehren, und auch wenn er dauernd am Maulen ist, er ist unkapputtbar, denn die Genron Schergen haben das kleine Karnickel so ziemlich unzerstörbar gemacht, sodass ihr ihn auch schon mal als Schlagwerkzeug missbrauchen könnt. Dank der stabilen Kette kommt der kleine Racker auch immer zu euch zurück, sodass ihr Schlag an Schlag reihen könnt. In Kombination mit anderen Tastenbefehlen entstehen so Combos, die eure Gegner aus den Latschen hauen.

Im Laufe des Spiels werden nicht nur eure Angriffsfähigkeiten ausgebaut, sondern auch eure Spezialfähigkeiten, welche ihr braucht, um diverse Rätsel zu lösen. Neben seiner Funktion als Schlagwaffe lässt sich so ein Robohase auch noch als Werkzeug einsetzen. Des Öfteren stoßt ihr auf Türen, die sich nicht so ohne weiteres öffnen lassen. Erst das Stillegen der Antriebsmotoren würde die Tür öffnen, doch dazu muss man die Zahnräder der Motoren blockieren. Kurzerhand also das alte Langohr reingesteckt und Kette gegeben.

„Whiplash“ bietet neben der bekannten Hüpf-Kost auch Action-Adventure Elemente. So müsst ihr Fahrstühle mit Energie versorgen, dem Wachmann seine Schoko-Donuts besorgen, um ihn abzulenken oder Generatoren mittels Hühner-Kanone außer Gefecht setzen. Eure Aktionsfähigkeiten werden daher mit Fortlauf der Story verbessert, sodass ihr bereits nach wenigen Stunden ein beachtliche Repertoire an Moves zur Verfügung habt. Ähnlich wie in Metroid Prime werdet ihr daher auch einige Levelabschnitte mehrmals besuchen müssen, um zuvor unzugängliche Türen, dank neuer Fähigkeiten zu erreichen. Habt ihr euch mal verlaufen, hilft euch die aufrufbare Karte weiter, die ebenfalls an Metroid Prime angelehnt ist, auch wenn diese hier deutlich unübersichtlicher ausfällt und ab und an neue Rätsel der Kategorie „wo zur Hölle bin ich überhaupt?“ aufgibt. Hilfe erhaltet ihr zumindest von einem gönnerhaften Mitarbeiter, der euch sagt was ihr als nächstes tun müsst, um langsam aber sicher durch den Laborkomplex Richtung Freiheit zu dringen. Dieser tritt nur als „göttliche Stimme“ auf, scheint aber ebenfalls einen Groll gegen den Genron-Chef zu hegen.Glücklicherweise ist Redmond auch einsetzbar, wenn ihr grade keinen Luftballon zur Hand habt, aber dennoch dank Helium nach oben schweben wollt. So ein Hase hat doch ein überraschend großes Fassungsvermögen, wenn man ihn mit Edelgas füllt.

Hör mal wer da spricht...

Optisch gesehen kommt „Whiplash“ überdurchschnittlich daher, wenn auch die grafische Klasse von Genreprimus „Jak & Daxter“ nicht erreicht wird.

Die Levels sind schön geräumig ausgefallen, nette Filmchen in Spielgrafik zeigen euch eure nächste Aufgabe, grafische Gags sorgen für Erheiterung. Nervig hingegen sind die langweilig designten Verbindungstunnel zwischen den einzelnen Levelabschnitten, die zwar mit Laserschranken und Kameras gespickt sind, grafisch aber äußerst trist wirken, zumal man diese Tunnel immer und immer wieder durchqueren muss. Da hätten wir uns doch lieber Ladezeiten gewünscht, um von Raum zu Raum zu kommen. Zumindest läuft das Spiel in Originalgeschwindigkeit und ohne störende Balken, einen 16:9 Modus sucht ihr jedoch vergeblich. Das Charakter-Design der Hauptfiguren und der Gegner kann man als gelungen bezeichnen. Alle Figuren wirken stark übertrieben und verleihen dem Spiel einen Cartoon-Einschlag der sich auch in den Gags wiederfindet, wenn beispielsweise ein Ein-Tonnen Gewicht auf einen armen Plüschhasen fällt, fühlt man sich unweigerlich an die Looney Tunes erinnert. Die deutsche Synchronisation kann man als gelungen bezeichnen, denn sie fällt nicht wesentlich schlechter aus als die englische Sprachfassung. Selbst der Sprecher des stets übel gelaunten Konzernbosses müht sich redlich im „Der Pate“ Tonfall seiner Figur Tiefe und Charakter zu verleihen. Die Kommentare und Sprüche von Redmond, die gewählten Stimmen, alles passt einfach gut zusammen und vermittelt eine stimmige Atmosphäre.

Fazit

„Whiplash“ bringt wie bereits „I-Ninja“ frischen Wind in die Jum’n’Run Welt. Zwar sind die integrierten Spielelemente nicht wirklich neu, allerdings frisch zusammengestellt und dank des cartoonartigen Charakters des Spiels dennoch wieder dezent innovativ. Fans von „Ratchet & Clank“ oder „Jak & Daxter“ können sich den Titel auf jeden Fall einmal auf die Wunschliste schreiben, zumal das Spiel sich weniger auf seine Jump’n’Run Tugenden verlässt, als vielmehr auch gekonnt Adction-Adventure Elemente einbindet. Abgesehen von den sehr nervigen Verbindungstunneln, welche die einzelnen Levelabschnitte miteinander verbinden, der teils nervigen, weil ungünstig positionierten Kamera und der ab und an auftretenden Ruckler gibt es spieltechnisch eigentlich nichts an „Whiplash“ zu bemängeln. Das Spiel bietet neben Spritzigkeit und Witz auch eine Prise Gesellschaftskritik, wenn die globale Ökonomie und die klischeehafte Raffgier-Mentalität großer Unternehmen auf die Schippe genommen wird.

Whiplash [XBOX , looki.de]

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