Gesamtwertung90%/10 |
GrafikSehr gut SoundSehr gut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungSehr gut |
Das Erstlingswerk des Berliner Entwicklers Yager Development ist einer der meisterwarteten Xbox Titel des Jahres. Neben dem spannenden SciFi-Szenario sorgte besonders die technische Präsentation von Yager im Vorfeld für einiges Aufsehen. Wir haben für Euch überprüft, ob die spielerische Qualität des Titels mit dem hohen technischen Niveau mithalten kann.
Alles beginnt mit einem Job
Ihr übernehmt die Rolle von Magnus Tide, der gegen Ende des 21. Jahrhunderts bei der Proteus Kooperation als Freelancer (eine Art Söldner) anheuert. Zwischen dem Gebiet von Proteus und dem bösen Megakonzern DST liegt die Freihandelszone, ein eigentlich neutrales Gebiet, in dem sich Händler, andere Freelancer und Piraten tummeln. Mit diesen Piraten gibt es in letzter Zeit auffallend viele Zwischenfälle auf dem Gebiet von Proteus.
Magnus Tide wurde engagiert, um der Sache auf den Grund zu gehen, wobei ihm sicherlich die Saggitarrius, sein moderner Kampfjet, gute Dienste leisten wird.
Die attraktive Kommunikationsassistentin Sarah, die Ex-Freundin von Magnus, gibt ihm während den Missionen allerhand nützliche Tipps. Was hat die Piraten dazu bewogen, derart feindselig zu werden? Steckt die DST dahinter? Dies sind nur einige der Fragen, die Ihr während des Spiels lösen werdet, denn hinter den Piratenüberfällen steckt viel mehr, als man zunächst vermuten würde Die Story wird während des Spiels in beeindruckenden Zwischensequenzen erzählt, die allesamt in Echtzeit präsentiert werden. Die Übergänge zwischen den Cut Scenes und dem interaktiven Teil des Spiels sind dabei fließend. Geladen wird nur vor einem Level, und das geschieht innerhalb weniger Sekunden. Die Missionen wurden dabei sehr geschickt in die Story eingebettet und wirken nie aufgesetzt oder unpassend. Selbst die Tutorial Missionen, in denen ihr die Steuerung der Sagittarrius lernt, wurden perfekt in den Spielablauf integriert.
Die Steuerung eueres Schiffes mag zunächst überladen erscheinen, denn sämtliche Knöpfe des Xbox Controllers sind belegt. Im weiteren Spielverlauf stellt sich die Steuerung des Schiffs aber als ungemein vielseitig und dennoch intuitiv heraus. Für die Vielseitigkeit sorgen besonders die beiden unterschiedlichen Flugmodi. Der Jetmodus ermöglicht Bewegungen wie ein Flugzeug, das bedeutet euer Schiff bewegt sich stets nach vorne und kann mittels des linken Analogsticks bewegt werden, während Ihr mit dem rechten Analogstick Rollen ausführen könnt. Beim Druck auf den linken Analogstick bremst Ihr eueren Jet auf die Hälfte der Normalgeschwindigkeit ab. Ein Druck auf den rechten Analogstick schaltet in den Hoovermodus um und natürlich auch wieder zurück.
Dieser Hoovermodus versetzt euer Fluggerät in einen Schwebezustand, mittels des rechten Sticks kann man sich Axial, also horizontal und vertikal, bewegen (die Ausrichtung des Schiffes verändert sich bei einer Bewegung nicht, in etwa vergleichbar mit dem bekannten Strafen in Ego Shootern), der linke Stick dient zum freien Umsehen, (es steht auch eine alternative Controllerbelegung zur Verfügung der eine Steuerung ähnlich Halo ermöglicht) Vorwärts- oder auch Rückwärtsschub gebt Ihr mit dem linken Schulterknopf, wobei die Geschwindigkeit je nach Stärke des Knopfdrucks variiert werden kann.
Neben euerem Standardlaser, der unbegrenzt vorhanden ist, erhaltet Ihr im Laufe des Spiels Raketen, ein. Maschinengewehr, eine Railgun für geräuschlose Angriffe und eine Napalm Gun hinzu. Bei diesen Waffen ist aber Sparsamkeit angesagt, denn ist euer Vorrat einmal verbraucht, lässt er sich nur durch das Aufsammeln von herumliegenden Munitionskisten auffrischen. Die A Taste löst alternative Waffenmodi aus, so lässt sich der Standardlaser aufladen, oder aber mit dem Maschinengewehr auch nach Hinten feuern.
Die X Taste ist mit einer Zoomfunktion belegt, die es ermöglicht, Gegner aus dem Hinterhalt zu eliminieren, mit der B Taste wird ein Gegner markiert und mit Y schaltet Ihr die verschiedenen Waffen durch. Die Schwarze Taste dient zum Ausführen verschiedener Aktionen wie der Aufnahme von Waffen oder dem Durchführen halbautomatischer Landevorgänge, außerdem wird der temporär vorhandene Boost eingesetzt. Eine Übersichtskarte ist auch vorhanden, mit Hilfe der weißen Taste ausgelöst stellt diese Landkarte der Umgebung eine wertvolle Hilfe zum stets am unteren linken Bildrand eingeblendeten Radar dar.
Das Steuerkreuz lässt euch die Wahl zwischen drei verschiedenen Sichtmodi, einer externen Ansicht von Hinten, einer Cockpit Ansicht inklusive Rundumblick und sichtbarer Beschädigungen an der Cockpitscheibe und zuletzt einen Vollbildmodus, der die beste Übersicht bietet.
Das Spiel umfasst über 20 Missionen in 3 verschiedenen Szenarios, dazu zählen die landschaftlich herrliche Freetradezone, die kargen Industrielandschaften rund um Bittefeld und das verschneite Gebiet der DST. Damit auch innerhalb der Szenarios keine Langeweile aufkommt, sorgen unterschiedliche Wetterverhältnisse und Tageszeiten für immer neue Impressionen. Neben den bereits erwähnten Zwischensequenzen tragen besonders diese Eindrücke zu einem beinahe filmreifen Flair des Spiels bei. Die Auftragsstellungen in den einzelnen Levels sind dabei sehr unterschiedlich und Ihr werdet nicht nur die Saggittarius steuern, mehr wird aber an dieser Stelle nicht verraten. Ein nettes Feature ist auch die Tatsache, dass ihr oftmals nicht allein unterwegs seid, sondern von Wingman und anderen verbündeten Einheiten tatkräftige Unterstützung bekommt.
Das Gameplay: viel Lust und etwas Frust
Während einer Mission darf nicht gespeichert werden, allerdings sind Checkpoints vorhanden, an denen Ihr nach euerem Ableben bis zu drei Continues einsetzten dürft. Einige Missionen erscheinen auf den ersten Blick unbezwingbar schwer, wer aber die Umgebung genau erforscht und weiß, wie taktisch vorzugehen ist, hat wesentlich bessere Chancen. Oftmals sind versteckte Aktionen aus dem Hinterhalt (unter Einsatz des Hoovermodus) wesentlich effektiver als wildes Geballer. Das Problem an der Sache ist nur, dass oftmals Frustmomente auftreten, wenn man wiedereinmal an einem harten Endgegner sämtliche Continues verbraucht hat.
Hier ist Ausdauer angesagt, zumal sich einem die eigentlichen Missionsziele ab und zu nicht sofort erschließen. Dennoch regt die dichte Story und die Vorfreude auf neue optische Highlights in der nächsten Spielstufe immer wieder zum Weiterspielen an. Yager ist schwer, aber umso intensiver ist dann die Freude über jede erfolgreich abgeschlossene Aufgabe. Einmal abgeschlossene Missionen lassen sich im Hauptmenü einzeln anwählen und wiederholen, bis ein perfektes Resultat erreicht ist. Erwähnenswert ist auch die gute KI der Gegner, zwar regiert diese nur innerhalb eines bestimmten Umkreises auf euer Schiff, dann aber suchen die Feinde Deckung oder greifen aus dem Hinterhalt an. Sollte euer Kampfjet viel Schaden genommen haben, so könnt Ihr ihn an gelegentlich auftauchenden Plattformen reparieren lassen. Die einzelnen Levels sind sehr groß, Ihr müsst schon einige Minuten mit Vollgas fliegen, um von einer Levelgrenze zur anderen zu gelangen. Einen Multiplayermodus haben wir schmerzlich vermisst, denn der Gedanke, die Missionen mit Freunden im Splitscreen oder sogar online spielen zu können, verspricht ein atemberaubendes Spielerlebnis.
Vielleicht schafft es Yager Development ja, einen Multiplayermodus in einen eventuellen Nachfolger zu integrieren, zu wünschen wäre es auf jeden Fall.
Was Yager technisch bietet, ist einfach klasse. Detailliert gestaltete Objekte, die teilweise sehr schön animiert sind, sorgen für den Eindruck einer lebendigen Welt. Sämtliche im Spiel vorkommenden Objekte sind hervorragend designt und mit stellenweise sehr vielen Polygonen dargestellt. Die Umgebungstexturen sind hochaufgelöst und qualitativ sehr gut. Die Krönung stellen aber die Effekte dar, ob die Lichtspiegelungen im Cockpit, das mit Bump Mapping überzogene Wasser einschließlich fantastischer Spiegeleffekte oder die faszinierenden Explosionen und Raucheffekte, hier stimmt einfach alles. Die dabei gebotene Weitsicht ist recht hoch und Pop-Up Effekte sind nur äußerst selten zu beobachten. Die Framerate bewegt sich dabei stets in einem Bereich um 30 Frames, allerdings gibt es in seltenen Fällen Slowdowns, wenn besonders viel Action herrscht. Diese sind aber in spielerischer Hinsicht nicht sehr relevant, da der Spielfluss dadurch nicht gestört wird.
Während den Missionen melden sich immer wieder verschiedene Charaktere mittels feinster deutscher Sprachausgabe bei euch. Magnus Tides Kommentare sorgen dabei rein inhaltlich für den einen oder anderen Lacher. Seine flapsigen Kommentare und die Dialoge mit Sarah sind dabei besonders hervorzuheben. Yager bietet momentan eine der ansprechendsten Sprachausgaben überhaupt, auf dem dem deutschen Markt gilt sie vielleicht sogar als die beste. Die Soundeffekte wummern in feinstem Dolby Digital 5.1 aus den Boxen, der dabei erzielte Raumklangeffekt ist rundum gelungen und trägt sehr viel zur Atmosphäre bei. Die Musik läuft dynamisch im Hintergrund, erreicht aber auch Filmqualität und klingt sehr professionell.
Der fehlende Multiplayermodus tut der Qualität des Spiels zwar keinen Abbruch, dennoch ist es ärgerlich, dass man es in mehreren Jahren Entwicklungszeit nicht geschafft hat, wenigstens einen Split Screen Modus einzubauen, wir hoffen also auf einen Nachfolger mit entsprechenden Optionen. Insgesamt überwiegen aber ganz klar die positiven Eindrücke und jeder, der Actionspiele auch nur im Ansatz liebt oder früher das sehr ähnliche Wing Commander gespielt hat, muss am 9. Mai einfach zugreifen. Hoffentlich macht das Beispiel Schule und uns erwartet in Zukunft mehr hochwertige Software aus Deutschland.
Yager im Test.
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